iCloud neu eingekleidet

Passend zur Veröffentlichung der neuen iPhone-Generation (Siehe Apples Keynote im September 2013) und dem offiziellen neuen iOS in Version Nummer 7, hat Apple nun auch den Webauftritt seines Online-Portals iCloud.com mächtig aufgehübscht. Über das Webportal iCloud.com können iCloud-Nutzer und die, die über eine Apple-ID verfügen und iCloud-Nutzer werden wollen, unter Anderem eMails verwalten und versenden (bisher nur Mac-Nutzer), den iCloud-Kalender pflegen, Erinnerungen und Notizen in der Cloud ablegen, ihr iDevice orten, Kontakte verwalten und zukünftig wohl auch ihre Dokumente mit den Office-Programmen KeyNote (Microsoft Powerpoint-Pendant), Pages (Microsoft Word-Pendant) und Numbers (Microsoft Excel-Pendant).


Der Loginscreen sieht etwas verändert aus – freundlicher, heller und irgendwie ziemlich ans neue iOS-Design angepasst. Das sieht man auch sehr deutlich durch die mit Blur-Effekt versehenen, aber dennoch hellen Farben. Wie bereits von der iCloud bekannt, ist die Anmeldung sehr schlicht gehalten. Schnörkellos und gradlinig präsentiert sich ebenfalls das Loginfenster selbst in der Mitte des Bildschirms.

iCloud-Anmeldung: Wie bereits bekannt schnörkellos, dafür freundlicher und heller.


Der Home-Bereich bzw. die Startseite nach der Anmeldung ergänzt – wie gewohnt – das aufgeräumte Bild in Apples Portfolio. Grafisch besticht es durch ruhige, sich langsam bewegende, unterschiedlich fokussierte Kreise, die auch im Design von iOS7 ihren Platz gefunden haben. Ganz links ist der Button für die Web-Oberfläche des Mailaccounts sichtbar. Daneben sind ebenfalls sehr schlicht gehalten der Starter für die iCloud-Kontakte, den Kalender, die in der Cloud gespeicherten Notizen und Erinnerungen. Der Kalender sieht ähnlich gut durchdacht aus, wie die Kalenderanzeigen auf dem iPad. Dazu kommt noch der „Find-my-iDevice“-Button, mit dem man z.B. sein iPhone orten kann.

Neu in dieser Ansicht sind die Buttons für Pages, Numbers und Keynote, die allerdings noch als Betaversionen gekennzeichnet sind. Scheinbar möchte Apple ein gesamtes Dokumentenmanagement ins Web bringen – da bietet sich die iCloud an. Sinnvoll wäre da auch ein entsprechendes Versionsmanagement, was sich grade in einer Cloud-Lösung hervorragend anbietet. Zudem würde sich damit eventuell ein für Apple neuer Markt etablieren. Der Gedanke liegt vermutlich nicht weit entfernt von Microsofts Office 365 – einer Cloud-Lösung zum Bearbeiten und Abspeichern von Dokumenten in der Cloud.

Mail, Kontakte, Kalender, Notizen, Erinnerungen, das iDevice-Radar und Office-Lösungen auf einen Blick


Die Mails sind klassisch, aber sehr übersichtlich gehalten. Mit einem Blick sieht man links die Navigationsleiste, mittig die Mails im Posteingang bzw. im gerade angewählten Ordner und auf der rechten Seite eine Vorschau der aktuell gewählten Mail. Die Anzeige ist klar und sehr hell, sodass sich die Mailtexte gut lesen lassen.

iCloud Mail: Übersichtlich und puristisch


Die Navigation innerhalb der Mails ist sehr übersichtlich und klassisch am Rand gestaltet. Es können Marker bzw. Labels gesetzt werden, um wichtige Mails hervorzuheben. Diese werden dann als sogenannte VIP-Mails angezeigt.

Einfach: Die Mailhandhabung


Ob das einem zusagt oder eher nicht, muss jeder Mail-Nutzer für sich entscheiden. Ich persönlich nutze diese Ordnungsmöglichkeit nicht, da ich es eher unübersichtlicher finde. Privat landet alles in einem Postfach – denn, wenn der Mailprovider eine gute Suche implementiert hat, fällt der Ordnungsaufwand weg. Beruflich sortiere ich gerne meine Mails, da ab und an Anfragen zu speziellen Themen kommen, die ich so systematisch abgelegt besser finde und in den Gesamtzusammenhang einordnen kann. 

Weitere Standard-Kategorien sind Entwürfe, der Ordner für gesendete Mails, ein Archivordner, der essentielle Papierkorb und ein Spam-Ordner mit Bezeichnung „Werbung“. Über die „Ordner +“-Schaltfläche legt man weitere Ordner zur Strukturierung des Mailpostfachs an.


Die Notiz-App finde ich durchaus sinnvoll, da man über die Einstellungen im Gerät die Notizen ebenfalls direkt – quasi unbemerkt – synchronisieren lassen kann. So sind die Einkaufszettel auch schnell auf dem Mac zuhause zu bearbeiten oder die Webadresse vom letzten Meeting eben schnell über den Mac statt das iPhone betrachtet.

Erinnerungen nutze ich nicht – zumindest nicht so, wie Apple es gerne hätte. Ich trage mir „Reminder“ in meinen Kalender ein, da ich diesen auch mit minimalem Aufwand mit allen Geräten (egal, ob iOS, Android oder PC/Mac) synchronisieren kann.

Die Navigation im Webportal iCloud ist sehr simpel gestaltet und man erreicht alle „Online-Apps“ aus der aktiven Anwendung. Über den Button „Privat“ gelangt man wieder zum „Homescreen“ der iCloud.
Navigation innerhalb der Cloud: Einfach aus jeder Anwendung starten


Bereits unter Kennern ein alter Hut ist die Funktion „Mein IPhone suchen“ (engl. find my iPhone). Grafisch wurde auch dies etwas aufgearbeitet und dem allgemeinen Design angepasst, neue Funktionen wurden allerdings nicht hinzugefügt. Man kann von überall aus dem Internet das IPhone orten, einen Ton abspielen lassen, um es wiederzufinden, es sperren oder remote wipen bzw. den gesamten Speicher löschen.

Find-my-IPhone: Grafisch überarbeitet, technisch nichts Neues


Um auf die Sicherheit beim Verbindungsaufbau zu sprechen zu kommen – was ja heutzutage kein banales Thema ist, beziehe ich mich noch kurz auf meinen letzten Screenshot. Das SSL-Zertifikat von Apple wird mit bestätigter Identität gezeigt, also von einer offiziellen Beglaubigungsstelle signiert. Zwar ist der Verbindungsaufbau 256-bit AES-verschlüsselt, allerdings wird der Schlüsseltausch über das mittlerweile als unsicher eingestufte RSA-Verfahren durchgeführt. Google ist in dieser Hinsicht fortschrittlicher, was im letzten Blogpost von mir zu lesen ist. Vielleicht lernt auch Apple dazu, vielleicht bleibt die Verbindung „nur“ über SSL mit RSA-Keyexchange bestehen, bis es eine neue „iOnline“-Lösung gibt. 

SSL-Zertifikat von iCloud.com:
RSA wird zum Verbindungsaufbau
verwendet

Durch einige Neuerungen und vor allem eine grafische Anpassungen, hat die iCloud wieder neuen Wind in die Segel bekommen. Wie viele User sich für dieses System erwärmen können, das vollständig in der Hand Apples liegt, ist eine andere Frage. 

Zudem bleibt die Nutzung denen vorenthalten, die über eine gültige Apple-ID verfügen. Ohne Apple-ID keine aktiven iDevices und ohne iDevice kein Zugang zu Apples gründlichst geordneten Mail-, Kalender, Notiz-, Erinnerungs-, IPhone-Findesystem. 

Welche Funktionen Apple den Online-Varianten von Keynote, Pages und Numbers einbaut, ist bisher noch nicht bekannt. Allerdings entsteht mit dieser Lösung nach und nach wieder etwas Microsoft-Konkurrenz, auch wenn Apple Microsoft in einigen Sparten nie einholen wird, gibt es auch für Microsoft Bereiche, die neu sind und erst ihre Erfolge und Fehlschläge verbuchen müssen. In diesem Fall liegt die Cloud-Konkurrenz auf der Hand: Microsofts Office 365.


Optisch finde ich die Apple-Lösung um Welten ansprechender, aber ein Krieg wird auch nicht durch die schönsten, sondern die robustesten und effektivsten Soldaten gewonnen.  


Bildet euch Eure eigene Meinung zu beiden Systemen und schreibt´s in die Kommentare!

– nugaxstruxi

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