Facebook splittet Apps – und die Community

Länger schon war es angekündigt, in anderen Ländern der Welt bereits umgesetzt, was vor wenigen Tagen nun auch Deutschland erreichte: Facebook hat den kommunikativen Part, das Nachrichten schreiben untereinander aus der Facebook-App final ausgegliedert. 
Das trifft bei einigen Nutzern – wie auch mir – auf eine Mischung aus Ärger und Unverständnis.
Der erste Punkt, der oft bemängelt wird, ist der Schutz der Privatsphäre. Nach der Installation fragt die App nämlich einige Informationen ab, wie beispielsweise die Daten des GPS-Moduls zur Ortung oder die Nutzung von der Kamera/abgespeicherten Fotos. Bei aller Liebe zum Datenschutz und zur Privatsphäre – die Berechtigungen hat bereits die vorherige Standalone-Version der App abgefragt, um beispielsweise zu Posts Standortdaten oder Fotos hinzufügen zu können. Aus meiner Sicht fällt diese Argumentation also heraus. Es werden jedoch auch neue Berechtigungen abgefragt, was aus meiner Sicht weitaus brisanter ist. Warum benötigt Facebook Zugriff auf meine Kontakte? Die Kontaktsynchronisation ist bereits in iOS nativ integriert, weshalb ein bidirektionaler Abgleich mit einer App nicht mehr nötig sein sollte. Falsch gedacht! 
Clever, wie Herr Zuckerberg nunmal ist, hat er die Option mit in die App aufgenommen, auch Nachrichten an nicht-Facebook-User zu versenden. Wo sind nicht-Facebook-User also zu finden? Im lokalen Adress- bzw. Telefonbuch des Smartphones. Ohne einen grundsätzlichen Datenabgleich funktioniert die App also nicht wie (von Facebook) gewünscht. Nun gibt es allerdings Leute wie mich, die das Medium wie gewohnt nur inter-facebook nutzen möchten und die Kontakte nicht wahllos auf irgendwelche Server sonstwo  auf der Welt exportiert wissen möchten. Da keine Abfrage stattfindet, in der die Funktionen und deren Notwendigkeiten näher beleuchtet werden, ist dieser Schritt aus meiner Sicht schlichtweg dreist. Natürlich stellen Herr Zuckerberg und Co. die neue Funktionalität und den “how-awesome-is-that-feature”-Effekt in den Vordergrund, da die meisten Nutzer den Hintergrund kaum bis gar nicht reflektieren.
Doch für mich geht das Unverständnis noch ein Stück weiter. Warum soll ich bei den zig Apps für unterschiedliche Situationen, Aktionen und Szenarien noch mehr Platz auf meinem Mobile Device einräumen für eine Anwendung, die ich zudem nicht haben möchte und nie wollte? Ich habe mich solange es ging vor einem Umstieg gewehrt und weiterhin die Haupt-App genutzt. Der Komfort, alles an Informationen aus einem Themengebiet/einer Anwendung konzentriert abrufbar zu haben, geht damit verloren, dass ich um mit Freunden zu schreiben in eine andere App wechseln muss, anstatt eine Funktion innerhalb der Anwendung nutzen zu können. Über Facebook Nachrichten verschicken tue ich eigentlich nur an Leute, die ich anders nicht oder nur schwer erreiche oder aus Bequemlichkeit um nicht eine weitere App starten zu müssen und dort den Kontakt auszuwählen und möglicherweise noch Content von einer in die andere App zu schieben, was Zeit, Rechen- und damit auch auf mobilen Geräten Akkuleistung kostet.
Momentan gibt es noch einen Trick, die Messenger-Funktion in der Haupt-App wieder freizuschalten – denn die Funktionalität innerhalb der App zu kommunizieren ist weiterhin (zumindest rein theoretisch) erhalten geblieben. Wielange diese Möglichkeit jedoch noch besteht, ist ungewiss. Wahrscheinlich wird sie ein nächstes Facebook-Update nicht überleben. Schade eigentlich. Wer es dennoch nutzen möchte, solange es geht, findet hier einen Workaround oder kann auf die Push-Funktionalität verzichten und Facebook per mobilem Webbrowser aufrufen.
Außer für Blogs und News werde ich Facebook in Zukunft wohl kaum nutzen, denn die Messenger-App werde ich mir definitiv nicht installieren und auch nicht für jede Nachricht an den Rechner gehen. Am iPad funktioniert im Moment noch das Kommunizieren via Haupt-App, auf kurz oder lang wird sich das denke ich aber auch erledigt haben.
Was denkt ihr zu diesem Wandel? Schreibt’s in die Kommentare!
Euer 
– nugaxstruxi 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.