Probleme – Hindernis oder Aufgabe?

Bei der Frage, wie man Probleme am besten bewältigt, sollte man sich erst einmal im Klaren darüber sein, ob es denn überhaupt eins ist.

In der Vergangenheit hat es viele scheinbar unlösbare Probleme gegeben, die dennoch von Menschen bewältigt worden sind. Die Frage ist nämlich nicht, ob man in der Lage ist, ein Problem zu lösen, ein Hindernis aus dem Weg zu räumen, sondern die Frage ist, ob man die Lösungskompetenz besitzt, aus einem scheinbaren Problem eine Chance zu machen.

Probleme ausmerzen, Chancen erkennen

Uns fordern tägliche Aufgaben nicht heraus, besondere Situationen aber schon. Probleme sind negativ behaftet, werden eher beiseite geschoben. So wächst der Berg an scheinbar unlösbaren „Problemen“ immer weiter an – und die Angst davor, sie nicht bewältigt zu bekommen, wächst. Sie hindert uns daran, zu erkennen, welche Chancen ungelöste Aufgaben bieten, welchen positiven Nutzen man eben aus diesen Aufgaben ziehen kann. Sei es privater oder beruflicher Natur.

Doch wie mache ich aus einem Problem eine Chance?

Wenn man sich all die täglichen Hürden vor Augen führt und mal scharfsinnig überlegt, wie man solche Dinge in früher Kindheit gesehen hat, merkt man, dass vieles gar nicht so negativ behaftet sein muss, wie man befürchtet. Der eine hatte ein gefährliches Krokodil unterm Bett, der andere konnte lange nicht Rolltreppe fahren, aus Angst zwischen die Stufen zu geraten und wieder ein anderer wurde vom Verkehrslärm verschreckt, wusste zuerst nicht damit umzugehen.

All diese Leute haben mit der Zeit und gestiegener Erfahrung – sowie dem Stellen dieser Ängste – die schier unlösbaren Probleme in Form von Ängsten bewältigt, können nun seelenruhig schlafen, Rolltreppe fahren und leben in einer Millionenmetropole mit erheblichem Verkehrsaufkommen. Die Frage ist nicht, ob, sondern, wie wir Dinge angehen. Wir sind Meister im Finden von Lösungswegen! Jeder einzelne von uns!

Um sich der Aufgaben zu stellen, bedarf es ein paar grundlegender Dinge. Wir benötigen dazu:

  • Eine eigene Grundmotivation
  • einen Ausblick bzw. ein klar definiertes Ziel
  • etwas Ausdauer und Durchhaltevermögen
  • ein wenig Kreativität.

Klingt erstmal nach viel, doch wer in sich reinhorcht und sich selbst erforscht, wird für all dies Situationen finden, die ihm vor Augen führen, dass der oder diejenige über diese Kernkompetenzen verfügt.

Nun mag es Urängste geben, die immer mal wieder durchsickern. Höhenangst, Ängste vor einengenden Situationen oder Räumen, vielleicht einfach die Angst, sich „ausgeliefert“ zu fühlen, nicht Herr oder Frau der Lage sein zu können. Nehmen wir das Beispiel des Fliegens in einem Flugzeug. Hier treffen gleich mehrere Urängste aufeinander:

  • Hypsisphobie (Höhenangst)
  • Klaustrophobie (Angst vor beengten Räumen)
  • Agoraphobie (Angst vor Kontrollverlust)

Natürlich sind die ersten Tipps schlauer Gelehrter in solchen Fällen Sätze wie „Vermeiden Sie angstfördernde Situationen, fahren Sie lieber Bahn…“ und Ähnliches. Doch damit bewältigt man keine Ängste, geht ihnen allenfalls aus dem Weg, sondern schürt sie vielmehr weiter. Denn wenn es ungefährlich wäre, warum sollte mir dann jemand sagen, dass ich es meiden soll? Sich solch einer Situation (gut aber nicht übermäßig vorbereitet) zu stellen, bietet eine sehr gute Gelegenheit, dem eigenen Ego zu beweisen, dass die Situation gar nicht so schlimm ist, wie die Angst es einem suggeriert. Doch wenn einem in solchen Situationen ein starkes Angstgefühl oder eine Panikattacke überkommt, ist es sicher deutlich schwieriger, diese wieder loszuwerden. Hier können Atemübungen oder Gedanken an ganz andere, komische, witzige oder unmögliche Dinge helfen, wieder Herr oder Frau der Lage zu werden. Natürlich bin ich kein Psychologe, allerdings kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass ein solches Vorgehen enorm helfen kann, sich den Ängsten zu stellen.

Sich seinen Ängsten zu stellen heißt nicht, sie vollständig auszumerzen, sondern einen Umgang damit zu finden, der für einen selbst akzeptabel ist. Warum ich das Beispiel vom Fliegen gewählt habe? Ich bin davon betroffen, habe lange große Angst vorm Fliegen gehabt, mich aber vor einigen Jahren erstmals der Angst gestellt. Diese Urangst blieb an sich bestehen, bei Start und Landung eines Fliegers ist mir nach wie vor mulmig. Ich habe aber keine panische Angst mehr, bekomme keine schweißnassen Hände, wenn ich dran denke, sondern kann damit umgehen.

Überleg Dir, welches Ziel Du erreichen willst. Willst Du die Angst vollständig loswerden oder einen Umgang damit finden? Ich bezweifle, dass wir gewisse Urängste vollständig abstreifen können und habe mich daher entschieden, dass mein Ziel ein guter Umgang mit Ängsten ist. Mir geht es seitdem deutlich besser – und ich hoffe, dass ich den oder die ein oder andere(n) damit inspirieren kann. Hab keine Angst vor der Angst selbst. Finde einen Umgang und Dein akzeptables Maß an Angst – und stell Dich dieser. Ich hab’s geschafft, Du kannst das auch!

Muss jedes Problem bewältigt werden?

Wir können vielleicht nicht alles lösen, aber müssen wir alles gelöst bekommen? Oder reden wir uns das nur ein? In vielen Fällen gibt es einen Lösungsweg, der nicht wie geplant funktioniert. Und nun? Nun ja, sicher ist ein gewisses Durchhaltevermögen in solchen Situationen nützlich und nur Themen, die mit Biss angegangen werden, sind meist auch schnell umgesetzt. Doch was, wenn die Aufgabe nicht lautet „Mach, dass dieser Weg, den Du als den Richtigen erachtest, funktioniert“, sondern „Löse die Aufgabenstellung.“?

Nicht selten gibt es viele Lösungswege – und sicher auch unterschiedliche Ergebnisse, aber wir sehen oft nur ein oder zwei mögliche Lösungen vor Augen und verlaufen uns dann allzuoft auf dem Lösungsweg. Wir haben meist viele Optionen, aber sehen es nicht sofort. Das sprichwörtliche „einen Meter zurücktreten“ ist oft der Schlüssel zum Erfolg in vermeintlich aussichtslosen Situationen. Am Ende interessiert es die Wenigsten, wie man ein Ziel erreicht hat. Meist ist nur relevant, dass man es erreicht hat – und das Durchhaltevermögen, sowie die Kreativität aufgebracht hat, die Herausforderung zu meistern. Also:

Augen auf, einen Schritt zurücktreten bitte…da ist ein neuer Lösungsweg! Bitteschön. Gern geschehen.

Wenn Du auch Ängste hast, die hinderlich sind, wenn Du Dich angesprochen fühlst, lass gerne einen Kommentar da und schau bei Gelegenheit mal wieder vorbei!

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