Energielevel

Menschen sind unterschiedlich. Nicht nur was ihre Persönlichkeit, ihre Interessen, ihre Einstellungen angeht, sondern auch was ihr Energielevel angeht. In der Physik bezeichnet man dieses Energielevel als Potential, was bei Berührung ausgeglichen wird. Ein Potentialausgleich findet statt. Etwas Ähnliches lässt sich auch im menschlichen Verhalten beobachten, wenn besonders energiegeladene Persönlichkeiten einen Raum betreten und jeder sich von der Motivation des Einzelnen angesteckt fühlt. Ein positiver Potentialausgleich sozusagen. Den gleichen Effekt kann man aber auch beobachten, wenn jemand besonders schlecht gelaunt oder traurig ist. Die Emotionen gehen dann ebenfalls auf den oder die Dazustoßende(n) über.

Charisma und Energie

Vermutlich kennt jeder mindestens eine oder mehr Personen, besser gesagt Persönlichkeiten, die beim Betreten eines Raumes den Raum mit Energie fluten, die ohne etwas sagen zu müssen eine einnehmende Wirkung auf alle im Raum haben.

Die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, den anderen emotional zu verstehen, heißt Empathie. Damit ein solches Auftreten möglich ist, muss die Person über folgende Fähigkeiten verfügen:

  • Empathie: Wer verstanden werden will, muss lernen andere zu verstehen.
  • Euphorie: Wer begeistern will, muss selbst von etwas begeistert sein können.
  • Haltung: Körperlich wie mental sollte ein Charismatiker eine klare Haltung beziehen und vertreten.
  • Offenheit: Wer sich verschließt, wird weder andere überzeugen können, noch sich selbst von Anderem.

Energielieferanten und Energiediebe

Genauso, wie es die charismatischen Energiegeber gibt, die einen von Anfang an motivieren, gute Laune in den Raum bringen oder einfach eine Mentalität des „Loslegens“ und „Aufbrechens“ mit sich bringen, gibt es auch diejenigen, die das Gegenteil davon tun. Die Miesmacher, Runterzieher, Demotivierten. Diejenigen, die einen mehr Energie kosten, als dass sie Energie geben. Damit ist niemand gemeint, der oder die mal einen schlechten Tag hat, sondern Personen, die dauerhaft Negatives versprühen, schlechte Laune verbreiten oder sie einfach nur mit sich tragen.

Privat wie beruflich gibt es beide Gruppen

Im Privaten, wie auch im dienstlichen Kontext wird man sich beim Lesen dessen vermutlich klar drüber, dass man solche Persönlichkeiten oft um sich hat. Da gibt es den einen Kollegen, der morgens immer miesepetrig ins Büro kommt oder das Energizer-Häschen, das von Vortrag zu Vortrag springt und alle um sich herum mit Motivation ansteckt. Genauso gibt es den einen Onkel oder die Tante, die immer irgendwie was zu meckern haben, die nie zufrieden sind oder auf der anderen Seite die großherzigen Großeltern, denen kein schlechtes Wetter, kein Gezanke und keine Schmerzen in Knie oder Hüfte den Tag verderben können. Man kann sich dabei die Frage stellen, wann jemand einen besonders motiviert oder demotiviert hat. Mit oder ohne bewusstes Einwirken der Person.

Energiepotentiale nutzen

Überall, wo Differenzen, ein Delta entsteht oder existiert, existiert gleichermaßen auch ein Potential. Potentiale können und sollten genutzt werden.

Wo ein Delta besteht, gibt es ein Potential. Potentiale sollten genutzt werden.

D. Lengies

Entweder kann man selbst andere motivieren und begeistern oder lässt sich von den Mitmenschen euphorisieren. Manchmal passiert es wie von alleine, dass wir, wenn jemand positive Energie versprüht, diese aufnehmen und selbst ein wenig oder sogar maximal energiegeladen unser Tagewerk vollbringen können. In die andere Richtung gibt es das natürlich auch. Die Momente, die von negativer Energie geladen sind, wenn jemand besonders traurig oder deprimiert ist. Man könnte jetzt meinen, sich davon anstecken zu lassen wäre schlecht. Nein, eigentlich nicht! Ein gemeinsames Einpegeln der Stimmung ist äußerst förderlich, steigert die Empathie und das zwischenmenschliche Einfühlungsvermögen. Es baut emotionale Brücken. Natürlich sollte man sich nicht dauerhaft davon runterziehen, demotivieren oder deprimieren lassen, auch wenn das schwer fällt, aber es hilft, eine stärkere emotionale Bindung aufzubauen und aneinander ranzurücken. Um gemeinsam aus dem Tal der Tränen zu kommen, etwas Neues anzufangen oder gemeinsam in eine Problemlösung zu gehen. Also können mentale Unterschiede auch dazu verwendet werden, um das Delta gemeinsam zu überwinden, gemeinsame Potentiale zu nutzen.

Wie entwickle ich die positive Haltung?

Es gibt viele Möglichkeiten, wie man an sich selbst schrauben, sich entwickeln kann. Einer der meines Erachtens nach vielversprechendsten Wege setzt eine fundierte Meinung und die Kenntnis über den eigenen Standpunkt in zentralen Fragen – themenbezogen, personenbezogen, globalgalaktisch – voraus. Sofern ich mich also nicht über Dinge informiere und mehrere Quellen zu Rate ziehe, kann ich mir keine eigene Meinung über ein Thema bilden, bin quasi urteilslos. Es hilft aber ungemein, auch wenn man in dem Thema nicht selbst aktiv ist, seinen eigenen Standpunkt zu kennen. Kenne ich ein Thema nicht, kann ich keine eigene Meinung entwickeln und erst Recht meinen Standpunkt nicht glaubhaft vertreten. Somit sollte man zuerst informiert und weltoffen sein, sich Neuem gegenüber offen zeigen und nicht alles gleich abblocken, wenn es ungewohnt erscheint. Als nächstes sollte man sich in dem Thema die Frage stellen, wo man sich selbst sieht, welche Ansicht man vertritt – oder, wenn man sich nicht entscheiden kann, zumindest begründet gegen etwas entscheiden können. Weltoffenheit und Freundlichkeit spielen natürlich genauso da mit rein – doch es gibt einen Unterschied zwischen einem freundlichen, aber bestimmten „nein“ und einem willenlosen „ja“. Das „Neinsagen“ lernen kann schwer sein. Jedes Mal aufs Neue. In der Schule, in der Uni oder der Ausbildung, in einer neuen Position im Job oder gegenüber liebgewonnen Personen, der eigenen Familie oder guten Freunden müssen wir uns dem stellen, Haltung zu beziehen. Doch bevor man als Mitläufer immer nur „ja und Amen“ sagt, sollte man seinen eigenen Standpunkt nennen und vertreten können. Manchmal hilft vorher auch einfach ein kurzes Augenschließen und Durchatmen.

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